Einleitung
Diese Woche hatte ich die Gelegenheit, auf Einladung des Rotary Clubs Bachtel-Zürich einen Vortrag über die berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderung zu halten. Nach einer kurzen Vorstellung erläuterte ich die zentralen Aspekte dieses wichtigen Themas.

Was bedeutet Inklusion?
Inklusion bedeutet, dass alle Menschen – unabhängig von ihren individuellen Herausforderungen – gleichberechtigt an allen Lebensbereichen teilhaben können.
- Exklusion ist das Gegenteil von Inklusion – Menschen werden ausgegrenzt.
- Integration bedeutet, dass sich neue Teammitglieder an ein bestehendes System anpassen müssen.
- Inklusion hingegen setzt voraus, dass das Team offen für den Einfluss neuer Mitglieder ist und von deren Erfahrungen und Ideen profitiert. Dies fördert Kreativität und Innovation.
Mein Ziel ist es, die Vision von Inklusion im Arbeitsmarkt umzusetzen. Es gibt bereits viele Möglichkeiten, Menschen mit Beeinträchtigungen zu integrieren. Doch die Realität zeigt, dass echte Inklusion für viele Menschen mit Unterstützungsbedarf nach wie vor eine Herausforderung darstellt. Hier sind innovative und praxisnahe Lösungen gefragt.
Integrationsarbeitsplätze mit Job-Coach Modell

Viele soziale Institutionen haben Leistungsvereinbarungen mit dem Kanton und bieten Integrationsarbeitsplätze an. Das bewährte Job-Coach-Modell umfasst eine flexible Betreuung durch einen Job Coach. Dieses Modell ist erfolgreich, jedoch oft nur für leistungsstarke Personen geeignet. Die grösste Herausforderung besteht darin, auch die Menschen mit einem höheren Unterstützungsbedarf nachhaltig in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.
Die Herausforderung der grossen Mehrheit

Die meisten Menschen mit Beeinträchtigungen benötigen mehr Unterstützung, als ein Job Coach bieten kann. Für diese grosse Mehrheit braucht es neue Modelle, um ihnen echte Chancen zur beruflichen Inklusion zu ermöglichen. Hier setzt meine Firma Inklusis GmbH an: Wir beraten soziale Institutionen und Unternehmen dabei, wie sie mehr Menschen mit Beeinträchtigungen in den Arbeitsmarkt integrieren können.
Erfolgreiche Praxisbeispiele
In einigen Unternehmen arbeiten Arbeitsgruppen mit mindestens fünf Menschen mit Handicap aus sozialen Institutionen. Diese Gruppen werden direkt vor Ort von einer Fachperson betreut und sind so aktiv in das tägliche Betriebsgeschehen integriert.
Ein weiteres bewährtes Praxisbeispiel ist das Modell der Teilzeit-Einsätze im ersten Arbeitsmarkt. Menschen mit Beeinträchtigungen erhalten die Möglichkeit, stunden- oder tageweise in einem Unternehmen zu arbeiten, während sie weiterhin die Stabilität einer geschützten Werkstatt geniessen. Dieser schrittweise Übergang erleichtert die nachhaltige Integration.
Unternehmen aus dem Rotary Club Bachtel-Zürich haben diese Modelle bereits erfolgreich umgesetzt. Ihre positiven Erfahrungen zeigen, dass solche Massnahmen nicht nur den Menschen mit Beeinträchtigungen zugutekommen, sondern auch das Betriebsklima verbessern und wirtschaftliche Vorteile für die Unternehmen bringen.
Vorteile für Unternehmen

Unternehmen profitieren auf vielfältige Weise von der beruflichen Inklusion:
- Geringerer administrativer Aufwand: Mitarbeitende bleiben formal bei der Institution angestellt, die Betreuung und Versicherungen übernehmen.
- Hohe Loyalität: Menschen mit Beeinträchtigungen zeigen oft eine besonders hohe Identifikation mit ihrem Arbeitsplatz.
- Lösung für den Fachkräftemangel: Indem einfache und repetitive Aufgaben übernommen werden, können Fachkräfte sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren.
- Verbesserung des Betriebsklimas: Inklusive Teams fördern Zusammenhalt und eine wertschätzende Unternehmenskultur.
- Positive Aussenwirkung: Unternehmen, die sich für Inklusion engagieren, stärken ihre gesellschaftliche Verantwortung und verbessern ihr Image.
- Alle Vorteile finden Sie in meinem Blogbeitrag: «Warum Inklusion für Unternehmen im ersten Arbeitsmarkt spannend ist»
Vorbereitung und mögliche Hindernisse
Damit Inklusion erfolgreich umgesetzt werden kann, ist eine bewusste Entscheidung der Unternehmensleitung notwendig. Sensibilisierungsschulungen helfen, Berührungsängste abzubauen und ein inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen. Auch der Rekrutierungsprozess sollte angepasst werden, um klarzustellen, dass das Unternehmen aktiv mit Menschen mit Beeinträchtigungen arbeitet.
Hindernisse können auf verschiedenen Ebenen bestehen:
- Manche Menschen mit Beeinträchtigungen haben jahrelang in geschützten Werkstätten gearbeitet und zögern, den Schritt in den ersten Arbeitsmarkt zu wagen.
- Institutionen könnten befürchten, ihre besten Mitarbeitenden zu verlieren oder ihre Strukturen zu schwächen.
- Unternehmen haben gelegentlich Vorbehalte, ob Menschen mit Beeinträchtigungen den Arbeitsanforderungen gerecht werden können.
Fazit: Inklusion ist Win-Win

Berufliche Inklusion bringt soziale und wirtschaftliche Vorteile. Unternehmen profitieren durch motivierte Mitarbeitende, eine stärkere Unternehmenskultur und eine positive Aussenwirkung. Besonders in Branchen wie Logistik, Produktion und Montage gibt es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, aber auch in anderen Wirtschaftsbereichen ist viel Potenzial vorhanden.
Entscheidend für den Erfolg ist ein klares Bekenntnis der Unternehmensleitung zur Inklusion sowie eine gezielte Sensibilisierung der Mitarbeitenden. Wer Inklusion als Chance sieht, kann nicht nur einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten, sondern auch langfristig wirtschaftliche Vorteile erzielen.